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Erdöl - das schwarze Gold (Teil I)

Erdöl ist ein sehr begehrter Rohstoff und eine der wichtigsten Energiequellen der modernen Welt. Wie kaum ein anderer Rohstoff hat Erdöl die Lebensbedingungen und den Erfahrungshorizont der Menschen verändert.

 

Die Erde leuchtet auch bei Nacht. Die dafür nötige Energie liefert überwiegend das Erdöl (Bild: NASA).Ohne Erdöl würde ein Alltag, wie wir ihn kennen, nicht funktionieren. Doch wie entsteht Erdöl? Wie wird es gefördert und wie verarbeitet? Was kostet Erdöl an der Quelle und wie viel bezahlt der Verbraucher dafür? Wer verdient alles am Erdöl? Wie gehen wir mit dem kostbaren Rohstoff Erdöl um, wie groß sind unserer Reserven?

Die alten Ägypter balsamierten ihre Verstorbenen mit Erdöl ein. (Bild: Flickr/Jose/Roxanne).Schon etwa um 4000 vor Christi machten sich die Menschen die Eigenschaften der schwarzen klebrigen Flüssigkeit zu Nutzen. Die Babylonier vermischten das zähflüssige Erdöl mit Fasern und Mineralien und dichteten damit ihre Boote oder Bäder ab, verwendeten es für Fackeln oder asphaltierten mit der Mixtur ihre Straßen. Die alten Ägypter waren besonders kreativ und verhinderten durch Einbalsamierung ihrer Leichen deren Verwesung – diesen Vorgang nennt man Mumifizierung. Die Bezeichnung Mumie leitet sich von dem Wort Bitumen ab. Bitumen sind ein Gemisch aus verschiedenen natürlichen Stoffen.

In Trinidad liegt der einzige natürliche Asphaltsee der Welt (Bild: Wikepedia/Jw2c).

Doch wie kamen unsere Vorfahren an das Öl heran? Moderne Ölbohrplattformen, Bohrschiffe oder Pumpen gab es damals natürlich noch nicht. Was es allerdings schon gab und auch heute noch gibt, sind natürliche Ölquellen, wo das Erdöl einfach aus dem Fels heraussprudelt. Beliebt waren auch Erdölseen: Einer der bekanntesten heute noch existierenden Erdölseen befindet sich auf Trinidad, einer Karibikinsel wenige Kilometer vor Venezuela. Wie Zuckersirup blubbert dort auf einer Fläche so groß wie 80 Fußballfelder ein schwarzer Asphaltsee.

Wie Erdöl entsteht

(Bild: US EPA)Schon vor etwa 150 Millionen Jahren liebten es die Dinosaurier, in Erdöl zu baden. Naja, diese Beschreibung ist nicht ganz zutreffend: Sie badeten viel mehr in kleinen Algen, welche 150 Millionen Jahre später einmal Erdöl werden sollten. Dies geschah so: Die kleinen Algen setzten sich, nachdem ihr letztes Stündlein geschlagen hatte, am Meeresboden ab, fingen an zu faulen und wurden von Sand und schließlich von Steinschichten überlagert. Über Jahrmillionen wurden die Algen zu Erdöl. Weitere Steinschichten, die sich über den Algen ablagerten, erzeugten einen so hohen Druck, dass das Erdöl in unterirdische Hohlräume gequetscht wurde. Diese Hohlräume zapfen wir heute an.

Mit Seilschlagbohrverfahren gelangte der Ölhandel richtig in Schwung (Bild: Flickr/Ammerländer).Zur Gewinnung von Erdöl wurden vor mehr als 2000 Jahren in China erstmals Bambusstangen für Bohrungen in die Erde eingesetzt. Tiefen von mehr als 100 Metern sollen damit erreicht worden sein. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Seilschlagbohrverfahren, bei dem ein hängender Meißel durch eine Auf- und Abbewegung in die Erde getrieben wurde. Wie nickende Pferde sehen die gleichmäßig schwingenden Pumpen aus, die wir heute noch in alten Filmaufnahmen sehen können.

Mit Ölplattformen dieser Größe stößt man in bislang nicht erreichte Tiefen vor (Bild: Wikipedia).Mit dieser Technik erfolgte auch jene legendäre, 21 Meter tiefe Bohrung in Pennsylvania (USA), mit der im Jahr 1895 der Beginn des Erdölzeitalters eingeläutet wurde. Doch diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an. Heutzutage rückt die Industrie mit immer ausgeklügelten Bohrtechnologien in immer größere Tiefen vor. Der klassische Bohrturm hat dabei fast schon ausgedient. Mit Ölförderschiffen und Ölbohrplattformen auf dem Meer, die aufgrund ihrer enormen Größe manchmal schwimmenden Städten ähneln, beuten die Menschen heute Ölvorkommen auch in großen Tiefen aus.

 

Bald auf bunteerde: Erdöl - das schwarze Gold (Teil II)

 

iserundschmidt/SK