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Erde und Weltraum

Gibt es noch eine Erde?

Ist unsere Erde der einzige Planet auf dem Leben möglich ist? In unserem Sonnensystem konnten bislang keine ähnlichen Planeten gefunden werden, aber wie sieht es weiter draussen im Weltall aus?

Seitdem Wissenschaftler in die Sterne schauen, sind sie auch auf der Suche nach einem Planeten, der unserer Erde ähnelt und auf dem vergleichbares Leben möglich ist. Ihr Blick geht dabei weit über die Grenzen unseres Sonnensystems hinaus. 1995 wurde der erste so genannte Exoplanet, so bezeichnen die Experten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, entdeckt und auf den Namen „51 Pegasi b“ getauft.

Exoplanet Pegasi (Bild: BotMultichill, Wikimedia Commons)

Diese  Exoplaneten sind allerdings so weit von der Erde entfernt, dass mit der heutigen Technik noch gar nicht festgestellt werden kann, ob sich unter ihnen auch ein erdähnlicher Planet befindet. Die Astronomen können bisher nur aufgrund von Größe und Masse der Himmelskörper Vermutungen anstellen. Mittlerweile sind schon 684 solcher Planeten bekannt und der zuletzt entdeckte von ihnen trägt den Namen „Corot-Exo-7b“. Er ist 490 Lichtjahre -  in dieser Einheit werden Distanzen im Weltall angegeben - von der Erde entfernt. Und so beginnt also auch bei „Corot“ erneut das große Raten. Von seiner Größe her könnte es sich hier durchaus um einen erdähnlichen Planeten handeln.

 

Exoplanet unter der Dunstglocke

Mit dem "VLT" Teleskop in der chilenischen Wüste betrachten die Wissenschaftler den Exoplaneten (Bild: ESO).Über einen anderen Exoplaneten haben Astronomen mittlerweile genauere Daten sammeln können. Mit einem riesigen Teleskop in der Wüste Chiles gelang es ihnen einen dieser fernen Planeten genauer zu beobachten. Sein Name ist GJ1214b und er befindet sich im Sternbild Schlangenträger. Es ist der erste Exoplanet, über dessen Oberfläche die Wissenschaftler Aussagen treffen können.

Der Planet ist etwa 6-mal größer als die Erde und umgeben von einer dichten Decke aus Dunst und Wolken. Vermutlich handelt es sich, genau wie bei der Erde, auch um einen Stein- und keinen Gasplaneten. Allerdings gibt es doch einige Eigenschaften, die GJ1214 von unserem Planeten unterscheiden: Der Exoplanet benötigt nämlich nur 39 Stunden um seine Sonne zu umkreisen. Die Erde benötigt dagegen ganze 365 Tage. Ein Jahr geht auf GJ1214 also ziemlich schnell, in nicht mal zwei Erdentagen, vorüber.

GJ 1214b ist die erste Supererde, über deren Atmosphäre wir etwas wissen (Bild: HSAC/Jacob Bean). Die kurze Zeit für eine Umrundung der Sonne kommt zustande, weil die Umlaufbahn des Planeten sehr eng um seine Sonne herum führt. So geht also nicht nur ein Jahr sehr schnell zu Ende, sondern es ist höchstwahrscheinlich auch sehr heiß auf dem Planeten.

Damit die Wissenschaftler noch mehr Details über die Atmosphäre von GJ1214 werden sie den Planeten weiter beobachten. Eines der nächsten Ziele ist es herauszufinden woraus die Dunstglocke, die den Exoplaneten umspannt, besteht.