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Kein Eis im Sommer

Beide Polargebiete der Erde, Arktis und Antarktis, sind mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Was passiert nun, wenn es wärmer wird und dieses Eis schmilzt?

Die Sonnenstrahlen werden vom Eis reflektiert (Bild: Alfred-Wegener-Institut - AWI)Die dicke Eisschicht, die große Teile des Nordpols bedeckt, schmilzt. Polarforscher vermuten sogar, dass die Arktis bis zum Jahr 2037 im Sommer überhaupt nicht mehr von einer zusammenhängenden Eisdecke überzogen sein wird. Am Nordpol gibt es sozusagen zwei verschiedene  Sorten Eis. Das eine existiert nur in der extrem kalten Zeit im Winter und das andere bleibt auch noch gefroren, wenn es im Sommer auch in der Arktis etwas wärmer wird und die Sonne stärker scheint. Dieses nennen die Experten mehrjähriges Eis, da es nicht nur einen Winter lang existiert, sondern mehrere Jahre überdauern kann. Gerade dieses Eis scheint jetzt zu verschwinden.

Eisschmelze (Bild: NASA, Wikimedia Commons)Aber wie kommt es dazu? Zum einen steigen nirgendwo auf der Erde die Temperaturen so stark an wie am Nordpol. Für die rasante Geschwindigkeit der Eisschmelze ist aber außerdem ein anderes Phänomen verantwortlich. Wasser und Eis unterscheiden sich nämlich nicht nur dadurch, dass das eine flüssig und das andere fest ist, sondern auch dadurch, dass Eis hell und die großen Flächen Meerwasser dunkel sind. Solche dunklen Oberflächen können im Vergleich zu hellen Flächen nun die Wärme der Sonnenstrahlen besser speichern. Dasselbe passiert zum Beispiel auch bei T-Shirts auf die die Sonne scheint. Schwarze T-Shirts speichern die Wärme besser als weiße.
Die dunklen Flächen aus Meerwasser tragen also  zusätzlich zum Schmelzen des umliegenden Eises bei.

Die Schmelze am Südpol

Eis am Südpol (Bild: Vincent van Zeijst, Wikimedia Commons)Auch auf der anderen Seite der Erde, der Antarktis, schmilzt das Eis. Dabei gibt es zwischen den beiden Polarregionen aber einen entscheidenden Unterschied: die Eismassen am Nordpol schwimmen auf dem Wasser, der riesige Eisschild am Südpol liegt dagegen zu großen Teilen auf einer festen Landmasse von der Größe Europas. Zwischen dieser antarktischen Landmasse und dem Ozean befindet sich eine Eisschicht, die wie in der Arktis auf dem Wasser schwimmt. Solche Eisplatten bezeichnet man als Schelfeis. Nun haben Polarforscher festgestellt, dass dieses Eis in den letzten Jahren immer schneller schmilzt, es bröckelt in das Meer. Das allein hätte aber noch keine großen Auswirkungen auf den Meeresspiegel.

Allerdings bildet das Schelfeis eine Art Blockade zwischen den enormen Massen des Festlandeises und dem Meer. Würde dieser Puffer wegschmelzen, könnten gewaltige Mengen Eis, getragen von Stürmen oder Gletschern, in den Ozean gelangen und so zu einem starken Anstieg des Meeresspiegels führen.

Neue Wege für die Schifffahrt

Seewege in den fernen Osten (Bild: Bestalex, Wikimedia Commons)Die Eisschmelze an den beiden Polen der Erde kann also negative Folgen für das Klima auf der ganzen Erde haben. Es gibt aber auch Menschen, denen das fehlende Sommereis der Arktis besonders gelegen kommt: den Seefahrern. Denn normalerweise machen die Eismassen den Weg durch das Polargebiet mit dem Schiff unmöglich. Lediglich sogenannte Eisbrecher, Schiffe die speziell für das Fahren durch vereistes Meer gebaut sind, können sich dort den Weg bahnen.

Da das Meereis aber immer weiter schrumpft, war es im Sommer des Jahres 2010 erstmals möglich, mit normalen Schiffen die nördliche Route von Europa aus nach Asien zu nehmen (der rot eingezeichnete Weg). Diese Strecke in den fernen Osten ist um einiges kürzer als die Route durch das Mittelmeer und den Suez-Kanal (der blau eingezeichnete Weg).
Auch wenn das Eis schmilzt, ein paar Eisberge müssen noch umschifft werden (Bild: Kim Hansen, Wikimedia Commons)Allerdings ist die sogenannte Nordostpassage nur für ein paar Wochen im Jahr, etwa gegen Mitte August, eisfrei und so bleibt das Befahren dieser Strecke weiterhin gefährlich. Binnen kürzester Zeit können sich nämlich neue Eisflächen bilden und den Weg für die Schiffe versperren. Im Jahr 2011 haben dann auch nur 20 Schiffe dieses Risiko auf sich genommen.