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Schutz vor Killerasteroiden

Die Erde steht unter ständigem Beschuss aus dem All. Asteroiden mit einem Durchmesser von etwa 75 Metern werden etwa alle 2000 Jahre erwartet. So genannte Killer-Asteroiden mit einem Durchmesser von bis zu zehn Kilometern treffen nach neuesten Berechnungen etwa alle 100 Millionen Jahre auf die Erde . Der letzte Asteroid von dieser Größe schlug vor 65 Millionen Jahren hier ein und war wohl für das Aussterben der Saurier verantwortlich.

Was können wir Menschen nun tun, damit wir nicht das Erbe der Saurier antreten? Die Entwicklung von Abwehrmaßnahmen gegen Asteroiden ist längst angelaufen. Viele Wissenschaftler zerbrechen sich schon die Köpfe und tüfteln an Lösungen herum. Sie entwickeln automatische Absuchsysteme, die solche Gesteinsbrocken im Sonnensystem aufspüren sollen. In einem Projekt der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa, suchen Fernrohre ununterbrochen den Himmel nach Asteroiden ab. Wird ein Asteroiden entdeckt, wird seine Bahn berechnet, um festzustellen, ob er gerade auf die Erde zusteuert.

Wäre dies der Fall und wäre er so groß, dass Gefahr von ihm ausgeht, dann könnte eine Raumsonde zu ihm hinfliegen und eine Atombombe zünden. So machen es jedenfalls die Drehbuchschreiber der Hollywoodfilme.

Um einen solchen Einschlag zu verhindern, bedarf es kreativer Ideen (Bild: NASA/Don Davis).

Das wäre aber wahrscheinlich die schlechteste Idee. Je nach Zusammensetzung des Asteroiden würde eine Bombe entweder im porösem Gestein des Asteroiden verpuffen oder sie würde ihn in große Bruchstücke zerteilen, die dann möglicherweise weiterhin zur Erde fliegen würden. Schon sinnvoller erscheint der Gedanke, dass der Asteroid durch die Sprengung an Masse verlieren und somit eine geringfügige andere Umlaufbahn einnehmen könnte. Ob die Erde somit aber verschont bliebe, lässt sich vorher nur schwer berechnen.

 

Anmalen oder Abschleppen

Tatsächlich existiert heute noch keine verlässliche Methode, einen Killer-Asteroiden aus der Bahn abzulenken. Hinfliegen und eine Art Triebwerk installieren, das mit stetigem Schub den Asteroiden aus seiner Bahn lenkt, wäre unter Umständen eine Möglichkeit. Gelungener Schnappschuss des Asteroiden 243 Ida aus dem Jahre 1993 (Wikipedi/NASA).

Allerdings rotieren die meisten Asteroiden, und wenn man die Rakete nicht exakt im Schwerpunkt ansetzt, würde man eher die Drehrichtung ändern als ihn abzulenken. Ernsthaft wurde auch vor einigen Jahren vorgeschlagen, den Brocken auf der einen Seite mit weißer Farbe anzumalen. So würde das Licht der Sonne an seiner Oberfläche unterschiedlich stark reflektiert. Der Asteroid würde dann - so die Theorie - durch seine unterschiedlich warmen Seiten einen kleinen Schub erhalten, der ihn ganz langsam aus seiner Bahn lenke könnte. Vor kurzem wurde sogar vorgeschlagen, ihn mit Hilfe der Gravitationskraft eines sehr schweren „Traktor-Raumschiffes“ langsam aus seiner Bahn zu ziehen. Allerdings müsste man mit all diesen Techniken schnell beginnen, um möglichst viel Zeit zur Ablenkung zur Verfügung zu haben. Zu diesem Zeitpunkt wäre die Bahn des Asteroiden allerdings noch so unsicher, dass sich die notwendige Ablenkung noch nicht besonders genau vorhersagen lässt. Der Schutz vor Killer-Asteroiden bleibt also zunächst nur Science-Fiction.

iserundschmidt/SK