27. Okt. 2017

Seit etwa vier Milliarden Jahren dreht die Erde schon ihre Pirouetten im All.

Die Erde ist rund und dreht sich. Das scheint für uns alle ganz selbstverständlich. Doch warum ist das eigentlich so? Und wieso trifft das auf die anderen Planeten auch zu?

Der Grund, weshalb die Erde die Form einer Kugel hat, ist relativ einfach zu verstehen: Es liegt an ihrer Schwerkraft. Die Schwerkraft ist die universelle Eigenschaft aller Körper, sich gegenseitig anzuziehen. Ab einer bestimmten Größe werden Massen aber auch intensiv zum Mittelpunkt des eigenen Körpers gezogen -  dadurch bildet sich eine Kugelform.

Als es die Erde noch nicht gab, schwirrten um die Sonne nur Gesteinsbrocken, Staub und Gas – eben all das, was bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben war.  Diese Reste vereinten sich mit der Zeit zu einem großen Asteroiden und schließlich zu einem Planeten; ähnlich wie beim Hausstaub unter eurem Bett, wo kleine Staubteile allmählich zu Staubbällen werden, wenn man nicht regelmäßig putzt. Jede Vereinigung mit weiteren Gesteinsbrocken ließ die Schwerkraft des jungen Planeten wachsen. Der anfänglich willkürlich geformte Asteroid konnte irgendwann seine Ausbuchtungen nicht mehr halten und nahm eine runde glatte Gestalt an. Je größer ein Planet ist, desto größer ist auch seine Schwerkraft – und desto glatter wird mit den Jahren seine Kugelform.

Wie ein blauer Diamant auf schwarzem Samt schwebt die Erde im All.
Bild: NASA
Aus einem solchen Wirrwarr entstand einst die Erde.
Bild: NASA
Genauer betrachtet, hat die Erde in etwa die Form einer Kartoffel.
Bild: Batata/CC0
Die Erde verliert nach und nach ein wenig Schwung. So war für einen Dinosaurier der Tag nur 22 Stunden lang.
Bild: Jakub Halun/CC BY-SA 3.0

Eigentlich ist die Erde gar nicht rund

Eine perfekte Kugel ist die Erde nicht. Genau betrachtet sieht sie sogar eher aus wie eine Kartoffel. Es gibt verschiedene Gründe, wieso die Erde nicht perfekt rund ist. Etwa die Bewegung der Kontinentalplatten sorgt dafür, dass Gebirge entstehen und die Oberfläche uneben ist. Kontinentalplatten sind große zusammenhängende Teile der Erdkruste, die langsam über unseren Globus wandern. Zum anderen bewirkt die Zentrifugalkraft, die bei der Drehbewegung des Planeten entsteht, dass die Erde an ihrem breitesten Punkt, dem Äquator, ausgebuchtet ist.

Auch auf die Frage, warum sich unsere Erde überhaupt dreht, gibt es eine Antwort: Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, als es die Erde noch nicht gab,  kreisten deren zukünftigen Bauteile in einem Gas- und Staubnebel um die Sonne. Die einzelnen Teilchen darin flogen zwar alle ungefähr in die gleiche Richtung, streiften sich jedoch auch manchmal und entwickelten dabei zu einem anderen Teilchen eine gewisse Drehbewegung. Als sich dieser Brocken nun langsam zur Erde zusammenballten, blieb diese Drehbewegung erhalten. Seit über 4 Milliarden Jahren dreht die Erde sich nun schon und eigentlich würde sie auch nie aufhören, ihre Pirouetten wie ein Eiskunstläufer im All zu drehen; wäre da nicht der Mond. Dieser bremst die Erde pro Jahr mit seiner Anziehungskraft etwa eine Millisekunde ab.

Doch sie verliert langsam an Schwung

Am meisten Schwung verliert die Erde durch die Ozeanströmungen von Ebbe und Flut, die der Mond verursacht. Es bilden sich Flutberge auf den Meeren der Erde aus, die unter dem Mond und auf der entgegengesetzten Seite der Erde liegen. Da sich die Erde um ihre Achse dreht, rotiert der Erdball nun praktisch unter den Flutbergen hindurch. Die Flutberge wirken wie zwei Bremsbacken, die die Erde allmählich ausbremsen. Vor 4 Milliarden Jahren drehte sich die Erde deshalb viel schneller. Jeder Tag dauerte nur fünf Stunden. Für einen Dinosaurier war der Tag schon etwa 22 Stunden lang. Für die Menschen in einigen Millionen Jahren, wird ein Tag 26 Stunden haben.