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Erde und Weltraum

Zielscheibe Erde

Wenn ein Asteroid auf die Erde treffen würde, wäre ein riesiger Feuerball am Himmel zu sehen, gewaltiges Donnergrollen läge in der Luft. Mehrere hundert Meter Durchmesser könnte solch ein Geschoss aus dem All haben. Würde eine Großstadt wie Berlin von den vielen Gigatonnen Gestein getroffen, könnte es eine Katastrophe mit Millionen von Todesopfern geben.

Teil des Meteoriten, der in Peru für Unruhe sorgte (Bild: Wikipedia/Recon).

Zum Glück sind solch große Einschläge sehr selten. Treffer von kleineren Himmelskörpern gibt es aber ziemlich regelmäßig – und dann meistens ganz unerwartet. Wie im September 2007, als ein zwei Tonnen schwerer Gesteinsbrocken bei seinem Aufprall in Peru einen 15 Meter großen Krater in den Boden riss. Damals hatten die Menschen in Peru Glück, niemand wurde verletzt. Das wäre aber natürlich anders, wenn ein solcher Koloss dorthin fallen würde, wo sich gerade Menschen aufhalten.

 

Von Asteroiden, Meteoren und Meteoriten

Unser Sonnensystem wird nicht nur von den Planeten, und ihren Monden bevölkert, sondern auch von zahllosen kleineren Brocken. Solche Eis- und Gesteinskörper können Bruchteile eines Millimeters messen, aber manchmal auch 100 Kilometer und größer sein. Die kleineren von ihnen nennt man Meteoroiden, die größeren Asteroiden.

Der Asteroid "243 Ida" hat schon einen stattlichen Durchmesser von etwa 60 Kilometern und wird von einem kleinen Mond umkreist (Bild: Wikipedia/NASA).

Stößt ein solcher Gesteinsbrocken mit der Erde zusammen, wird er beim Flug durch die Atmosphäre stark erhitzt. Dabei verdampft er und erzeugt entlang seiner Flugbahn eine Leuchterscheinung, die wir Sternschnuppe oder Meteor nennen. Ist der Brocken größer, wird auch seine Lichtspur länger und heller. Der Rest eines größeren Brockens, der die Erdoberfläche erreicht, ohne sich vorher völlig aufzulösen, wird Meteorit genannt.

Die Erde wird ständig beschossen (Bild: NASA).

Ununterbrochen dringen die kleinen Himmelskörper Tag und Nacht in unsere Atmosphäre ein. Dabei handelt es sich jedoch meist nur um feinen Staub, Kieselsteine oder Sandkörner. Auch wenn die Gallier bei Asterix immer Angst hatten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt: Eher würde er uns auf den Kopf rieseln. Etwa 100 Tonnen Material dringt jeden Tag in die Atmosphäre ein.

Brocken in Bayern

Am 7. April 2002 beobachten Himmelsforscher in Bayern, wie ein Meteorit über den Alpen spektakulär in der irdischen Lufthülle verglühte. Mit einem Netzwerk aus 25 Videokameras in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Belgien, der Schweiz und Österreich, haben die Wissenschaftler über einen kleinen halbrunden Spiegel den ganzen Himmel im Blick.

An einigen Orten steht der Sternenhimmel unter ständiger Beobachtung (Bild: FlickR/rwh).

Durch die Aufzeichnungen von sieben Kameras konnten die Forscher die Flugbahn des Meteoriten berechnen und kamen zu folgendem Ergebnis: Es handelte sich um einen 500 bis 600 Kilogramm schweren Brocken, der mit über 100 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintrat und in einer Höhe zwischen 86 und 16 Kilometern verglühte. Einen Teil seiner Überreste fand man später in der Nähe des berühmten Märchenschlosses von König Ludwig II. Der 1,75 Kilogramm schwere Brocken ist magnetisch, seine Oberfläche besteht aus einer mattschwarzen Schmelzkruste mit rostigen Flecken. Die Wissenschaftler vermuten allerdings, dass sich diese Kruste erst in der hohen Schneedecke gebildet hat, in die das Bruchstück eingeschlagen ist.

iserundschmidt/SK