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Wie kam der Mensch nach Amerika?

Als im Jahre 1492 der spanische Seefahrer Christoph Kolumbus mit seinen Schiffen die Küsten Amerikas erreichte, begegneten die Europäer zum ersten Mal in der Geschichte den Ureinwohnern Amerikas: den Indianern. Die meisten von uns kennen Indianer nur aus Wildwest-Filmen. Doch wer sind sie eigentlich und vor allem: wo kommen die Ureinwohner Amerikas her?

Mit der Santa Maria kamen die ersten Europäer nach Amerika (Bild: Wikipedia/Hart).Zu Kolumbus‘ Zeiten war der Kontinent bereits seit etwa 20.000 Jahren von den Indianern besiedelt. Wie hatten es die Indianer geschafft, nach Amerika zu kommen? Mit Schiffen sicherlich nicht. Es muss damals also einen Landverbindung zwischen den Kontinenten Amerika und Europa gegeben haben.

Eine Straße nach Amerika

Die Beringstrasse war damals die einzige Verbindung zwischen Asien und Amerika (Bild: NASA).Die gab es tatsächlich. Aber dazu musste man erst einmal sehr weit in die entgegengesetzte Richtung gehen. An der Ostspitze Sibiriens befindet sich die Beringstraße. Die Beringstraße ist eine schmale Wasserstraße zwischen Sibirien und dem amerikanischen Kontinent. Dort ist der Ozean nur 30 bis 50 Meter tief.
Diese Meerenge trocknete in der Vergangenheit aufgrund der damals herrschenden Eiszeit regelmäßig aus. So konnten die Menschen über die entstandene Landbrücke, genannt Beringia, auch ohne Schiffe nach Amerika gelangen.

Für eine lange Zeit wurde zunächst nur die Landbrücke Beringia besiedelt. Umstritten unter Forschern ist seit jeher, auf welchen Wegen die Ureinwohner später das riesige menschenleere Land Amerika erschlossen.

Zwei kleine Gruppen besiedeln Amerika

Im heutigen Arizona (USA) lebten Indianer des Stammes der Apachen (Pixelio/W. Broemme).Es ist eine spannende Detektivarbeit, nach Spuren der Besiedlung zu suchen. Archäologen suchen nach Knochen- und Steinresten und versuchen dann ihre Funde einzuordnen. Man kann aber auch durch Untersuchungen des Erbgutes der heutigen Indianer oder durch einen Vergleich der Indianersprachen Rückschlüsse auf frühere Zeiten ziehen. Es ist beispielsweise möglich, anhand eines Sprachenstammbaumes zurückzuverfolgen, welche Wege die Indianer gegangen sind. Man schätzt, dass vor der Ankunft der Europäer in Süd-, Mittel- und Nordamerika 1500 Sprachen zwischen Feuerland und Alaska gesprochen wurden. Heute kennt man allerdings nur noch etwa 650 Sprachen.
Bildnes eines Indianer der Irokesen (Bild: Rike/pixelio.de). Auch anhand des Erbgutes der heute lebenden Indianer lässt sich ein Stammbaum aufstellen. Nach neuesten Erkenntnissen der Forscher ist erwiesen, dass sich zwei Einwanderungsgruppen aus der Beringia-Bevölkerung fast zur selben Zeit aufgemacht haben, das gewaltige Land zu erkunden.

Eine Gruppe zog die gesamte Pazifikküste hinunter bis nach Feuerland. Die andere Gruppe zog in die Prärien, in den heutigen Mittleren Westen der USA. Das können die Forscher deshalb so sicher sagen, weil ein bestimmtes Merkmal in den Erbinformationen bei südamerikanischen Indianern auf der Westseite des Kontinents vorkommt, während es ein anderes Merkmal nur bei nordamerikanischen Indianern gibt.

Indianer Camp: Die Zelte konnten schnell abgebaut und an anderen Orten wieder aufgebaut werden (Bild: Pixelio/Glöckel).Die Sprachforscher kommen zum selben Ergebnis. Demnach hat sich eine Sprachengruppe entlang der Pazifikküste entwickelt und eine andere in Richtung Mittleren Westen. Die Untersuchungen zeigen uns, dass Sprachen nicht einfach nur gesprochen werden. Sie verraten uns viel über die Entwicklung und die Vergangenheit der Völker. Im Falle der amerikanischen Indianer, wissen Forscher nun, welche Routen sie in der Vergangeheit beschritten haben.

iserundschmidt/ SK