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Bunte Erde

Der Vesuv: Italiens Feuerberg

Neapel ist eine malerisch gelegene Stadt in Italien. Doch in ihrer Nähe brodelt ein mächtiger Feuerberg. Was Wissenschaftler tun, um die Gefahr für die Menschen dort zu bändigen, erfahrt ihr hier.

Ausbruch des Vesuvs in den Nachmittagsstunden des 26. April 1872 (Bild: Giorgio Sommer).Neapel ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Zum einen gilt sie als Geburtsstätte der Pizza-Margherita, zum anderen hat sie einen der berühmtesten Vulkane der Welt direkt vor der Haustür, den Vesuv. Während die Pizza-Margherita jedoch fast jeder mag, wird der Vesuv weniger geliebt als vielmehr gefürchtet. In den vergangenen Jahrhunderten ist er bereits mehrere Male ausgebrochen, und hat dabei stets großen Schaden angerichtet. Schließlich liegt er nur zehn Kilometer von den Häusern Neapels entfernt.

Neapel und Vesuv im Jahr 2003 (Bild: Wikimedia/Errabee). Zurzeit schläft der Feuerberg. Er gilt immer noch als aktiver Vulkan, ist aber zurzeit wesentlich ruhiger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es tief unter dem Berg immer noch höllisch brodelt: In 100 Kilometern Tiefe herrschen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius. Diese enorme Hitze, die wohl selbst für eine Pizza-Margherita zu viel wäre, lässt härtestes Gestein wie Butter in der Sonne dahin schmelzen. Dieses sammelt sich als dickflüssige Masse - Vulkanforscher nennen sie „Magma“ – unter dem Vulkan in unterirdischen Hohlräumen und großen Kammern. Irgendwann könnte sie bei einem erneuten Ausbruch wieder als Lava emporsteigen und über die Hänge des Berges Neapel gefährlich nahe kommen.

Launisch wie ein wildes Pferd

1882 verewigte der Künstler Hubert Sattler den Ausbruch von 1872 in seiner Malerei (Bild: Wikipedia/Sattler).

Der Vesuv ist der einzige aktive Vulkan auf dem europäischen Festland und mit einem sehr launischen Temperament ausgestattet. Von zäh fließenden Lavaströmen bis hin zur Explosionen mit fliegenden Gesteinsbrocken zeigt er sich mit unterschiedlichen Gesichtern. Mitunter setzt er auch Glut- und Aschewolken frei. Bei einem der stärksten Ausbrüche im Jahre 1906 starben mehr als einhundert Menschen – unter anderem beim Einsturz eines Kirchendaches, das unter der Last der dichten Vulkanasche einfach nachgab.

Ein mit Asche verschmutzes Flugzeug nach dem Vesuv-Ausbruch 1944 (Bild: Wikipedia/489thCorsica).

 

Obwohl den Menschen sehr wohl bewusst ist, wie gefährlich der Berg immer noch ist, siedeln heute in der Nachbarschaft des Vulkans rund eine Million Menschen. Den Katastrophenschützern bereitet diese Zahl großes Kopfzerbrechen, denn sie müssen sich überlegen, wie sie bei einem Ausbruch diese eine Million Menschen in Sicherheit bringen können. Dass der Vesuv so unberechenbar ist, macht die ganze Sache leider noch komplizierter.

Wissenschaftler tüfteln und wollen helfen

Wie ein Auge schaut der Vesuv in den Himmel. Im Auge behalten ihn auch die Forscher (Bild: Wikipedia/NASA).Um zu vermeiden, dass der Vesuv den Menschen noch mal richtig einheizt, behalten Wissenschaftler den Feuerberg ständig im Auge und beobachten jede seiner Regungen. Um frühzeitig erkennen zu können, wann ein Ausbruch droht, versuchen sie, die Signale des Feuerberges zu verstehen. Dieses Vorhaben ist gar nicht so einfach, denn der Vulkan selbst gibt nur wenig von seinem Innenleben preis. Forscher können mittlerweile jedoch die extremen Bedingungen, die im Inneren eines Feuerbergs herrschen, auch im Labor nachbilden. Hier können sie in aller Ruhe ihre Untersuchungen anstellen und mit den Daten, die sich aus diesen Untersuchungen ergeben, ihre Computerprogramme füttern. Mit ihnen können sie dann Vulkanausbrüche im Computer nachstellen und genau beobachten, was für Anzeichen einem Ausbruch vorhergehen.

Trügerisch hohl und leblos klafft der Schlunt des Vesuvs. Dennoch steht er unter ständiger Beobachtung (Bild: Wikipedia/Pastorius).Für die Menschen, die am Vesuv leben, könnten die Forscher so in Zukunft ein Warnsystem entwickeln, das ihnen rechtzeitig Bescheid gibt, wenn der Feuerberg droht, auszubrechen. Solange er aber nur ein wenig qualmt und höchstens im Computer von Vulkanforschern Lava und Steine schleudert, brauchen sich die Einwohner von Neapel noch keine Sorgen zu machen und können erst einmal weiter in Ruhe ihre Pizza-Margherita genießen.

Iserundschmidt/SK