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Bunte Erde

Dinobabys aus Stein

Schaut man den Dinosaurierjägern bei der Arbeit zu, kann das schon ganz schön verwirrend sein. Graben sie nun versteinerte Knochen aus oder echte Knochen, welche vor Millionen Jahren in solchen Riesenechsen eingebaut waren?

Dino-Fossil: Der Fischsaurier aus Stein wurde in Deutschland ausgegraben (Bild: Wikipedia/Geller-Grimm). Die Antwort lautet: Sowohl als auch! Das Problem bei Knochen ist, dass sie aus organischem Material bestehen. Deshalb zersetzen sie sich meistens über die Jahre und verschwinden vollständig. Da die Dinosaurier vor mehr als 65 Millionen Jahren lebten, müssen Forscher oft auf versteinerte Knochen zurückgreifen, um das Leben der Dinosaurier zu untersuchen. Versteinerungen vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte werden auch Fossilien genannt. Wenn ein Dinosaurier starb, wurde er meist samt seiner Knochen von Bakterien und anderem Gewürm zersetzt. Innerhalb weniger Zeit verschwand es dann vollständig. Selten konnten die Knochen in günstigen Bodenverhältnissen bis zum heutigen Tag überdauern. Vollständige Abdrücke von Dinosauriern finden Dinoforscher deshalb eher in versteinerter Form. Wie ein Dinosaurier versteinern konnte, ist schnell erklärt:

Wie Dinos zu Stein erstarren

Fossilierter Fußabdruck eines großen fleischfressenden Raubdinos (Bild: Wikipedia/Jon Sullivan).Zunächst musste ein verstorbener Dino von Schlamm oder Erde bedeckt werden. Dies konnte zum Beispiel passieren, wenn er auf morastigem Untergrund starb und anschließend abtauchte oder wenn er bei einem Erdrutsch bei lebendigem Leibe begraben wurde. Während die weichen Teile wie Haut oder Fleisch meistens verfaulten, wurden die Knochen durch immer mehr Sandschichten luftdicht abgeschlossen. Da kein Sauerstoff mehr an die Knochen gelangte, konnten Bakterien sie auch nicht mehr zersetzen.

Die berühmten „kämpfenden Dinosaurier“ wurden als Fossil gefunden. Beide Tiere starben möglicherweise durch einen Sandsturm oder Sandrutsch (Bild: Wikipedia/Raul Martin).Im Laufe der Zeit lagerte sich immer mehr Material auf dem Körper ab. Wissenschaftler nennen dieses Material „Sediment“. Wurden die Sedimentschichten mit der Zeit immer dicker, stieg der Druck auf die Knochen an, und das im Inneren der Knochen befindliche Wasser wurde herausgepresst. So konnten sich ursprünglich organische Knochen über Millionen von Jahren zu anorganischem Gestein verwandeln. Dieser Versteinerungsprozess funktioniert natürlich nicht nur an Knochen. Auch andere Körperteile können versteinern. Meistens sind diese jedoch schon verfault, bevor der Versteinerungsprozess einsetzen kann.

Unglück für Dinobaby - Glück für die Dinoforscher

Die meisten fossilen Funde sind uns in Gestalt versteinerter Überreste von Tieren oder Pflanzen überliefert. Viel seltener finden Forscher versteinerte Fußspuren oder gar versteinerte Eier. Der Fund von versteinerten Eiern ist selten, ganze Nester noch seltener und in den Eiern erhaltene Embryos sind unter Dinojägern fast wie sechs Richtige im Lotto. In dem berühmten urzeitlichen Dinosauriergebiet Auca Mahuida in Argentinien sind Forscher auf einen solch spektakulären Babydino-Fund gestoßen. Bei Auca Mahuida handelt es sich um ein riesiges urzeitliches Von links nach rechts: Die Entwicklung eines Dinos im Ei. Bevor er das Licht der Welt erblickte, wurde er von einer Schlammwelle versteinert.(Bilder: Museum König).Dinosauriernistgebiet. Dort gruben Pflanzen fressenden Langhalssaurier, wissenschaftlich Sauropoden genannt, vor etwa 70 Millionen Jahren Erdmulden, in denen sie anschließend ihre Eier ablegten. Kürzlich stießen Forscher auf ein winziges versteinertes Dinosaurier-Embryo, welches kurz bevor es aus dem Ei hätte schlüpfen sollen, von Schlamm und Erde überspült wurde.

Das Dinokücken stammt unverkennbar von Langhalssauriern. Bedenk man, wie schnell abgestorbene Eier verfaulen, grenzt es an ein Wunder, dass von dem ungeschlüpften Minilanghals überhaupt etwas übrig geblieben ist. Bei dem Embryo blieben sogar Hautabdrücke erhalten, was ein äußerst seltener Glücksfall in der Dinosaurierforschung ist.

Riesen-Dino fing auch mal klein an

Ab einem Eidurchmesser von 30 cm würde die Luftversorgung der Embryonen nicht mehr funktionieren (Bild: Wikipedia/Pavel Riha).Man ist geneigt, sich die Eier der großen Langhälse ebenfalls sehr groß vorzustellen. Seit den Funden von Auca Mahuida wissen die Forscher jedoch, dass dies nicht so ist. Auch die größten Tiere, die jemals auf der Erde lebten, fingen also mal ganz klein an. Die Größe von Eiern ist aus physikalischen Gründen nämlich Grenzen. Spätestens ab einem Eidurchmesser von 30 cm würde die Luftversorgung der Embryonen nicht mehr funktionieren. Die Eierfunde beweisen auch, dass Langhalssaurier sich zum Brüten in regelrechten Kolonien versammelten. Die Weibchen hoben etwa 30 cm tiefe Gruben aus und legten rund 15 bis 30 Eier hinein. Wahrscheinlich gab es nur wenig geeignete Plätze für das Brutgeschäft und durch die Konzentration auf ein Gebiet konnten die Sauropoden ihre Jungen wohl besser gegen Räuber verteidigen.

 

 

iserundschmidt/SK