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Bunte Erde

Ein Vulkan in Deutschland

Vor Millionen Jahren war unsere Erde mit vielen Vulkanen übersäht. Überall schoss in gewaltigen Explosionen glühend heißes Gestein aus der Erdkruste. Später beruhigte sich unser Planet weitgehend. Leben, wie wir es heute kennen, konnte entstehen.

Vulkanausbruch in Italien (Quelle: Wikimedia/Pierre-Jacques Volaire).Heutzutage brechen in Deutschland höchstens noch im Fernsehen Vulkane aus. Anders als in Ländern wie zum Beispiel Indonesien, ist es in Deutschland schon seit vielen tausend Jahren nicht mehr zu einem Ausbruch gekommen. Etwa vor 11.000 Jahren floss zum letzten Mal Lava über Teile unseres Landes, genauer gesagt über Teile der Eifel im Westen Deutschlands. Das ist sehr lange her; die damaligen Vulkanschlote sind längst erloschen. Trotzdem: die vulkanische Eifel schläft nur!

Aufsteigende Rauchsäule (Bild: Geotechnologien).

Tief unter ihren Wäldern und Bergen schlummert eine gewaltige Kraft, die sich zum Beispiel vor 13.000 Jahren am heutigen Laacher See in Rheinland-Pfalz entlud. Für die Menschheitsgeschichte fand dieser Ausbruch vor einer ziemlich langen Zeit statt. Für unseren Planeten Erde, der schon 4,5 Milliarden Jahre alt ist, sind solche Vorkommnisse jedoch gerade eben erst passiert. Forscher sind sich sicher: ein Ausbruch wie damals könnte sich bald wieder ereignen. Wie lange dieses ‚bald‘ aber noch hin ist, können die Experten nicht sagen. Wohlmöglich vergehen noch Jahrtausende bis zum nächsten Ausbruch, vielleicht aber auch nur wenige Monate.

Flutwelle im Rheinland

Ein Maar in der Eifel: Überreste eines längst vergangenen Vulkanausbruchs (Bild: Wikipedia/Dietrich Krieger).Doch was würde uns eigentlich erwarten, wenn in der Eifel ein Feuerberg hochgeht? Zunächst einmal wäre es ein beeindruckendes Schauspiel, das zeigen würde, wie viel Kraft in unserem Planeten steckt. Vor allem aber wäre es sehr gefährlich für viele Menschen, die in der Nähe des Vulkans wohnen. Dichte Vulkanasche würde alles bedecken; heiße Lava würde Mensch und Tier bedrohen.

Heiße Lava bei einem Ausbruch (Bild: JdG).Doch selbst weiter entfernt von der Eifel wäre es gefährlich – nämlich aufgrund einer Flutwelle. Dass ein Vulkanausbruch uns durch Wassermassen bedroht, klingt zunächst etwas seltsam, ist aber genau so schon einmal passiert, nämlich bei dem Ausbruch vor 13.000 Jahren. Forscher stellen sich das Ganze folgendermaßen vor: Im Laufe des Ausbruchs könnten gewaltige Mengen Lava aus einem Steilhang direkt in den Rhein schießen und den Fluss bis nach Mainz oder Mannheim stauen. Lahn- und Moseltal, Mainz und Frankfurt würden überflutet. Bräche der erkaltete Lava-Damm zusammen, würde eine große Flutwelle auf die Städte Bonn, Köln und Düsseldorf zurollen.

Ameisen als Retter?

Mofetten gibt es auch in der Eifel. Sie informieren uns über die Aktivität im Untergrund (Bild: Wikipedia/Walter J. Pilsak).Auch wenn viele Menschen in Deutschland vor ganz anderen Dingen Angst haben als einem Vulkanausbruch, einige Wissenschaftler nehmen die Gefahr ernst. Sie stellen sich die Frage, ob und wenn ja, wie man einen Ausbruch vorhersagen könnte. Eine Möglichkeit ist die Beobachtung von „Mofetten“ – kohlendioxidhaltige blubbernde Quellen in Vulkangebieten – die Aufschluss geben über die Aktivitäten im Untergrund.

Wenn die Quellen aufblubbern wie heiße Tomatensuppe und es aufgrund des Schwefels nach faulen Eiern riecht, ist Vorsicht geboten. Bei diesen ersten vulkanischen Anzeichen sind die Vulkanforscher sofort zur Stelle, um den Untergrund schon mal genauer unter die Lupe zu nehmen.


Eine andere Theorie hofft auf winzig kleine Helferlein: Ameisen. Im Gegensatz zu Messgeräten, von denen in der Eifel leider nur sehr wenige aufgestellt sind, gibt es sie fast überall. Was aber am wichtigsten ist: Mit ihrem Verhalten könnten sie auf vulkanische Aktivität unter der Erdoberfläche hinweisen – glaubt zumindest Ulrich Schreiber, Professor für Allgemeine Geologie an der Universität in Essen.

Krabbelnde Messgeräte: Sie könnten uns einen Vulkanausbruch vorhersagen (Bild: Wikipedia/Richard Bartz).Hügelbauende Waldameisen siedeln bevorzugt auf Rissen in der Erde, die durch Bewegungen im Untergrund entstanden sind. Die warme Luft von unten macht das Leben der Krabbeltiere vor allem im Winter angenehmer. Nimmt nun die Aktivität im Untergrund zu, verscheuche das Kohlendioxid die Insekten, meint Ulrich Schreiber, ähnlich wie ein Kaminfeuer die Störche vom Schornstein vertreibt. Es könnte sich also lohnen, die kleinen Waldarbeiter genauer im Auge zu behalten.

iserundschmidt/SK