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Bunte Erde

Kühltruhe der Welt

Mittlerweile gilt es als sicher: Wir Menschen tragen durch den Ausstoß von Treibhaugases dazu bei, dass sich das Klima in der ganzen Welt erwärmt. Dass die Temperaturen steigen, wissen die Forscher anhand vieler Messungen. Seit ungefähr 100 Jahren beobachten sie die Temperaturerhöhungen auf der Erde, seit etwa 25 Jahren auch in der Antarktis.

Die Antarktis liegt am südlichen Zipfel der Welt (Bild: Wikipedia).Die Antarktis ist ein eigener Kontinent um den Südpol und lässt sich grob in Westantarktis, Ostantarktis und die Antarktische Halbinsel unterteilen. Sie wird manchmal auch als „Kühltruhe der Welt“ bezeichnet. Das klingt zunächst etwas verwirrend, denkt man bei dem Wort „Süden“ doch automatisch an angenehm warme Temperaturen. Dass es zum Süden hin grundsätzlich heißer wird ist auch richtig, allerdings nur solange bis man zum Äquator kommt. Geht man von dieser Linie, die sich genau in der Mitte zwischen beiden Polen um den gesamten Erdball zieht, weiter nach Süden in Richtung Südpol, wird es wieder kälter – genauso als ob man von Deutschland aus nach Norden in Richtung Nordpol gehen würde.

Ein Kontinent schläft unter Ewigem Eis

Temperaturen um die -55 Grad sorgen in der Antarktis für "Kühlschrankatmosphäre" (Bild: NASA).

In der Antarktis selbst liegt die Außentemperatur im Durchschnitt bei -55 Grad Celsius, also  tiefer als bei uns selbst an den eisigsten Wintertagen. Die Bezeichnung „Kühltruhe der Welt“ ist also eigentlich noch eine Untertreibung. Zum Vergleich: In einem ganz normalen Kühlschrank herrschen vergleichsweise sommerliche Temperaturen von + 8 Grad Celsius. Aufgrund der lang andauernden und enormen Kälte liegt das meiste Landgebiet der Antarktis unter einer mächtigen Eisdecke. Im Winter erstreckt sich das Eis als Packeis bis weit ins Meer hinaus. Und das ist auch gut so: Im gesamten antarktischen Eisschild sind etwa 75 % der Süßwasserreserven der Erde enthalten.

Durch die Erwährmung ist auch der Lebensraum der Pinguine bedroht (Bild: National Science Foundation).

Lange hat man gedacht, dass diese eiskalte Antarktis  unempfindlich gegenüber der Klimaerwärmung ist. Auch vor allem deshalb, weil Forscher bei einigen Messungen feststellten, dass sich insbesondere die große Ostantarktis eher abkühlte als erwärmte. Also keine Gefahr? Nicht ganz. Neueste Untersuchungen zeigen: Selbst die Antarktis wird wärmer; die beobachtete Abkühlung ist nur eine Täuschung.

Das Ozonloch sorgt für Verwirrung

1999 wurde mit einer Spezialkammera aus dem Weltraum das Ozonloch (blauer Bereich) über der Antarktis geknipst (Bild: NASA).

Verantwortlich dafür ist ein anderes von Menschen gemachtes Problem, dass als Ozonloch bekannt ist. Dieses ist ein großer Bereich in der Atmosphäre über der Antarktis, in welchem die Ozonschicht entweder nur noch sehr dünn oder gar nicht mehr vorhanden ist. Auch über dem Nordpol gibt es eine solche Stelle. Entstanden ist das Loch durch den Ausstoß von FCKW-Gasen, die früher noch in jeder Spraydose verwendet wurden. Das Ozonloch ist nicht ungefährlich. Normalerweise filtert die Ozonschicht das Sonnenlicht und lässt die gefährliche UV-Strahlung nicht hindurch. Hat sie ein Loch, kann die für Mensch und Tier gefährliche Strahlung bis auf den Erdboden vordringen. Ein weiterer Effekt des Ozonloches ist, dass sich die Luftschichten darunter nicht so gut erwärmen können wie anderswo. Und genau dieser Effekt sorgte bisher dafür, dass die Forscher hier eher eine Abkühlung als eine Erwärmung messen konnten, obwohl die Klimaerwärmung auch die Antarktis beeinflusst.

 

Ewiges Eis in Gefahr (Bild: Planeterde).

Mittlerweile ist die Nutzung von FCKW-Gasen weltweit verboten. Dadurch wird sich das Ozonloch wohl bis zur Mitte dieses Jahrhunderts geschlossen haben. Spätestens dann wird sich auch die „Kühltruhe der Welt“ in den allgemeinen Klimatrend einreihen und deutlich wärmer werden. Was dann mit dem ganzen Eis der Antarktis passiert, kann man beobachten, wenn man den Kühlschrank zuhause ein paar Minuten offen lässt – er beginnt aufzutauen. Im schlimmsten Fall würden die Polkappen langsam abschmelzen und der Meeresspiegel über viele Meter steigen. Für Küstenstädte und einige Inseln im Pazifik wäre das verheerend.

 

iseundschmidt/S.K.