28. Dez. 2018
Keine Bange! Als Fahrtleiter hat Hermann W. Bange die Expedition im Griff.

Keine Bange! Als Fahrtleiter hat Hermann W. Bange die Expedition im Griff.

Prof. Dr. Hermann W. Bange hat Chemie in Göttingen und Freiburg studiert, am MPI für Chemie in Mainz promoviert und in Meereschemie und Mariner Biogeochemie in Kiel habilitiert. Er leitet die Arbeitsgruppe Biogeochemie von Spurengasen am GEOMAR.

Was ist der Gegenstand Ihrer Forschung?
Ich erforsche die Verteilung und Bildung von klima-relevanten Spurengasen im Ozean. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf Lachgas (N2O), Methan (CH4), Dimethlysulfid (DMS) und Kohlenmonoxid (CO). Des Weiteren untersuche ich die Rolle von kurzlebigen Zwischenprodukten der ozeanischen Stickstoff- und Schwefelkreisläufe. Meine Arbeitsgruppe ist weltweit tätig und ist regelmäßig an Schiffsexpeditionen im Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean sowie in der Arktis beteiligt. Darüber hinaus koordiniere ich die Messungen an der Zeitserienstation Boknis Eck in der Eckernförder Bucht (südwestliche Ostsee). Boknis Eck wird seit 1957 monatlich beprobt und ist damit eine der ältesten noch regelmäßig betriebenen Zeitserienstationen weltweit.

Warum haben Sie diesen Fokus gewählt?
Ich wollte immer an einer Schnittstelle von mehreren Disziplinen arbeiten. Bei meiner Arbeit komme ich nicht ohne das Verständnis von chemischen, (mikro-)biologischen und physikalischen Prozessen aus.

Probennahme an Deck: Bange und sein Team auf der Suche nach Spurengasen.

Probennahme an Deck: Bange und sein Team auf der Suche nach Spurengasen.

Bild: Hermann W. Bange
Abendstimmung an Bord des FS Meteor: Die Anweisungen für die CTD-Sonde für Tiefseeuntersuchungen immer im Blick.

Abendstimmung an Bord des FS Meteor: Die Anweisungen für die CTD-Sonde für Tiefseeuntersuchungen immer im Blick.

Bild: Hermann W. Bange
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Probennahme an Deck: Bange und sein Team auf der Suche nach Spurengasen.

Bild: Hermann W. Bange

Abendstimmung an Bord des FS Meteor: Die Anweisungen für die CTD-Sonde für Tiefseeuntersuchungen immer im Blick.

Bild: Hermann W. Bange

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Meine typischen Arbeitstage bestehen aus einer täglich wechselnden Mischung aus Organisation (Labor, Schiffsexpeditionen), Betreuung von Studenten, Literaturlesen, Forschungsanträge schreiben, Vorlesung halten, Schreiben von Gutachten und Berichten (beides leider immer mehr zunehmend), Auswerten von Messdaten und deren Interpretation sowie Schreiben von Veröffentlichungen.  

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?
Der Erkenntnisgewinn. In weiten Teilen selbstbestimmt zu arbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten, empfinde ich als Herausforderung, die ich gerne annehme und die mich motiviert.

In welche Richtung würden Sie Ihre Forschung zukünftig gerne vertiefen?
Ich würde mir wünschen, dass mehr Zeitserienmessungen (d.h. regelmäßig an einer Stelle oder entlang einer Fahrtroute) wiederholte Messungen durchgeführt werden können. Damit könnten kurz- und langfristige ozeanische Trends viel besser erfasst, unser Verständnis des Erdsystems vertieft und die Vorhersagen des künftigen Klimageschehens der Erde verbessert werden.