14. Mai. 2018
Mindestens fünf gigantische Müllinseln treiben auf den Weltmeeren.

Mindestens fünf gigantische Müllinseln treiben auf den Weltmeeren.

Wasserflaschen, Einkaufstüten, Verpackungen. Handy, Lieblingsspielzeug, Zahnpasta. Plastik begleitet uns den ganzen Tag und häufig wissen wir gar nicht, worin es überall steckt. Auch die Weltmeere quellen über vor Plastik. Wer es dort braucht? Niemand. Das Meer ist unversehens zum größten Mülleimer der Erde geworden.

Die Erfindung Plastik ist noch recht jung. Erst seit 1950 existiert es in der Form und dem Vorkommen, wie wir es heute kennen.  Doch in den vergangenen 70 Jahren wurden weltweit bereits rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Das entspricht dem Gewicht von 80 Millionen Blauwalen. Und genau die leiden, wie alle anderen Meeresbewohner, unter unserem Plastikverbrauch.

Denn über Bäche, Flüsse und Schiffe gelangen riesige Mengen Müll in die Meere, von denen ein Großteil aus Plastik besteht. Dieses ganze Plastik sammelt sich nicht nur an Stränden, sondern auch in Form von riesigen, schwimmenden Inseln aus Müll. Einer von ihnen treibt im Nordpazifik und ist doppelt so groß wie Deutschland. Auch vier andere Müllinseln lassen sich vom Weltall aus sehen. Eine sechste Müllinsel wird im Arktischen Ozean vermutet.

Wie kommt der Plastikmüll ins Meer?

Wie kommt der Plastikmüll ins Meer?

Bild: eskp.de/CC BY 4.0
Ein gewohnter Anblick an den meisten Stränden: Die Wellen spülen Müll an Land.

Ein gewohnter Anblick an den meisten Stränden: Die Wellen spülen Müll an Land.

Bild: vaidehi shah/CC BY-SA 2.0
Die fünf großen, nachgewiesenen Müllinseln treiben in diesen fünf ozeanischen Hauptstrudeln.

Die fünf großen, nachgewiesenen Müllinseln treiben in diesen fünf ozeanischen Hauptstrudeln.

Bild: CC0
Diese Schildkröte hat sich in einem sogenannten Geisternetz verfangen, das als Müll durch die Meere treibt.

Diese Schildkröte hat sich in einem sogenannten Geisternetz verfangen, das als Müll durch die Meere treibt.

Bild: CC0
Der Mageninhalt von Seevögeln macht deutlich, wie schlimm die Lage unserer Meere ist.

Der Mageninhalt von Seevögeln macht deutlich, wie schlimm die Vermüllung unserer Meere ist.

Bild: Chris Jordan/U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters/CC BY 2.0
Jedes Plastikteil zählt: Regelmäßig wird in Küstenregionen zu großen Müllsammel-Aktionen aufgerufen.

Jedes Plastikteil zählt: Regelmäßig wird in Küstenregionen zu großen Müllsammel-Aktionen aufgerufen.

Bild: CC0
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Wie kommt der Plastikmüll ins Meer?

Bild: eskp.de/CC BY 4.0

Ein gewohnter Anblick an den meisten Stränden: Die Wellen spülen Müll an Land.

Bild: vaidehi shah/CC BY-SA 2.0

Die fünf großen, nachgewiesenen Müllinseln treiben in diesen fünf ozeanischen Hauptstrudeln.

Bild: CC0

Diese Schildkröte hat sich in einem sogenannten Geisternetz verfangen, das als Müll durch die Meere treibt.

Bild: CC0

Der Mageninhalt von Seevögeln macht deutlich, wie schlimm die Vermüllung unserer Meere ist.

Bild: Chris Jordan/U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters/CC BY 2.0

Jedes Plastikteil zählt: Regelmäßig wird in Küstenregionen zu großen Müllsammel-Aktionen aufgerufen.

Bild: CC0

Unsichtbare Gefahr

Nicht nur diese schwimmenden Müllansammlungen sind ein großes Problem. Der Großteil des Plastiks im Meer ist für uns gar nicht sichtbar, sondern liegt auf dem Meeresboden oder schwebt in winzigen Teilchen, sogenanntem Mikroplastik, durch die Ozeane. Denn während der 450 Jahre, die eine einfache Plastikflasche braucht, um sich aufzulösen, zerfällt sie in immer kleinere Teile.

Und auch größere Abfälle werden durch Wellen, Wind und Sonne zu Mikroplastik zermahlen. Ähnlich wie der Sand am Strand aus zermahlenen Muscheln – und heute zu großen Teilen auch aus kaum sichtbaren Plastikteilchen – besteht. Als größte Quelle von Mikroplastik im Meer gilt derzeit der Abrieb von Autoreifen, der in das Abwasser und so teilweise auch in Flüsse und schließlich ins Meer gelangt.

Mittlerweile gibt es Regionen im Meer, in denen es sechsmal mehr Plastikteilchen als Plankton gibt und das ist nicht nur eine große Gefahr für die Natur, sondern auch für die Tierwelt.

Todesfalle Müll

Für die Bewohner der Meere sind gerade die kleinen Plastikteilchen ein großes Problem, da viele Meerestiere sie mit Plankton verwechseln. So landen sie in Muscheln, Fischen, Walen und sogar in Meeresvögeln und Flamingos.

Und auch größere Plastikteile werden von Meerestieren oft für Futter gehalten, wenn beispielsweise die Lederschildkröte, die hauptschlich Quallen isst, umhertreibende Plastiktüten mit ihrer Lieblingsspeise verwechselt. Als eindeutigste Quelle für den Beweis der Verschmutzung unserer Meere gilt der Mageninhalt von Hochseevögeln, wie dem Eissturmvogel, der draußen auf See lebt und jagt. Forscherinnen und Forscher fanden bei 97 von 100 dieser Vögel Plastikteile im Magen. 

Doch nicht nur als Speise ist unser Plastikmüll gefährlich für die Tiere. Häufig verfangen sie sich im Müll und können sich dann nicht mehr bewegen, ertrinken oder verhungern. Man schätzt, dass jedes Jahr etwa eine Million Seevögel und hunderttausend Meeressäuger durch den Kontakt mit unserem Plastikmüll sterben müssen.

Und auch uns gefährdet die Vermüllung der Meere ganz persönlich, da kleinste Teilchen und Plastik-Giftstoffe in Form von Fischstäbchen und Co. oft auf unserem Teller landen.

Kampf dem Plastikmüll!

In den letzten Jahren ist das Plastik-Problem unserer Weltmeere so groß geworden, dass mehr und mehr geforscht wird, wie wir unsere Meere wieder säubern können. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler denken an eine Art riesiges Sieb, das den Müll in den Meeren zusammentreibt und anschließend wiederverwerten soll.  Doch bis es entwickelt ist, ist es noch ein weiter Weg.

Eine einfache Möglichkeit für jeden Einzelnen, etwas gegen die Vermüllung der Meere zu tun, ist jeden Tag so oft es geht, auf Plastik zu verzichten. Jeder Deutsche produziert im Jahr durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll – das ist eindeutig zu viel. Jedes einzelne Plastikteil, das eingesammelt und wiederverwertet wird, ist eine Gefahr weniger für unsere Umwelt. Am besten also schon beim Einkauf auf wenig Verpackung und Mehrwegflaschen achten und immer einen Beutel mittragen statt eine Plastiktüte zu kaufen.