19. Jan. 2018

Ekelig oder faszinierend? Wie so oft lohnt ein zweiter Blick auch bei der Qualle.

Wie ein wabbeliger, fast durchsichtiger, runder Fleck liegt sie am Strand und wartet darauf, dass die Brandung sie wieder zurück ins Meer trägt. Die Rede ist von der Qualle, einem wirbellosen Meerestier. Manche finden sie ekelig, andere sind von ihr fasziniert.

So oder so ist Vorsicht geboten, denn Quallen können sich ausgezeichnet gegen Fressfeinde und auch gegen uns wehren. Berührt man ihre Tentakeln, geben sie ein Gift ab, das bei ihrer Beute und anderen kleinen Lebewesen lähmend wirkt und auch für uns gefährlich, zumindest aber schmerzhaft werden kann.

Im Meer entfaltet die Qualle ihre ganze Schönheit.

Im Meer entfaltet die Qualle ihre ganze Schönheit.

Bild: Johann Jaritz/CC BY-SA 3.0
Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Formen.

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Formen.

Bild: T.Friedrich/CC BY-SA 3.0
Quallenblüten: ein faszinierender Anblick, der mit Vorsicht zu genießen ist.

Quallenblüten: ein faszinierender Anblick, der mit Vorsicht zu genießen ist.

Bild: Tommy0910/CC0
Was wissen wir noch nicht über diese faszinierenden Lebewesen?

Was wissen wir noch nicht über diese faszinierenden Lebewesen?

Bild: Kappaboy/CC BY-SA 4.0
1 / 4

Im Meer entfaltet die Qualle ihre ganze Schönheit.

Bild: Johann Jaritz/CC BY-SA 3.0

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Formen.

Bild: T.Friedrich/CC BY-SA 3.0

Quallenblüten: ein faszinierender Anblick, der mit Vorsicht zu genießen ist.

Bild: Tommy0910/CC0

Was wissen wir noch nicht über diese faszinierenden Lebewesen?

Bild: Kappaboy/CC BY-SA 4.0

Das Meer bestimmt die Richtung

Quallen durchlaufen in ihrem Leben mehrere Stadien: das der Larve, des Polyps und schlussendlich der ausgewachsenen Qualle. Bei der Larve bilden ein paar wenige Zellen einen kleinen mundlosen Körper. Sobald sich Mund und Tentakeln geformt haben, spricht man vom Polyp. Dieser sitzt fest am Boden und kann sich nicht fortbewegen. Schließlich entwickelt er sich zur Qualle, mit rundem Schirm und teils langen und dünnen Fäden an der Unterseite, auch Nesseln genannt. Die Qualle ist in der Lage sich im Wasser zu bewegen – dies aber nicht selbstständig, sondern nur abhängig von der Strömungsrichtung des Meeres. So kann es vorkommen, dass sie an den Strand gespült wird und dort nicht mehr wegkommt.

Quallenblüten – schön aber gefährlich

Vereinzelt leben Quallen in kleinen Gruppen, können aber auch in riesigen Schwärmen auftreten, sogenannten Quallenblüten. Was so schön klingt, ist leider eher lästig und kann sogar gefährlich werden. Wo Quallenblüten erscheinen, gibt es wenige Fische, da sie ähnliche Beute bevorzugen und sich gegenseitig die Nahrung streitig machen. Auch für Fischer sind Quallenblüten daher ärgerlich. Geraten andere Meerestiere oder Taucher in diese Ansammlung, können sie die Orientierung verlieren und im schlimmsten Fall sogar von den giftigen Nesseln der Quallen verletzt werden.

Nutzen für den Menschen

Quallen können für den Menschen aber auch nützlich sein. In der Forschung hat die Qualle zu einer Revolution beigetragen. Aus ihr wurde ein leuchtendes Eiweiß, ein Baustein der Zelle, entnommen, der Forschern ihre Arbeit erleichtert. Indem das Eiweiß mit einem anderen Eiweiß der Zelle verbunden wird, können die Forscher mithilfe eines geeigneten Mikroskops beobachten, wo sich die Eiweiße in der Zelle aufhalten und was mit der Zelle passiert. Damit können sie viele ungeklärte Fragen beantworten, wie zum Beispiel "Wie erhält eine Zelle ihre Form?". Gewisse Bestandteile der Qualle werden auch in Kosmetika genutzt, um für mehr Feuchtigkeit und weniger Falten im Gesicht zu sorgen. Und auch für die Medizin kann die Qualle von Bedeutung sein, indem man aus ihr künstliches Gewebe herstellt und damit Menschen mit Gelenkschmerzen helfen könnte.

Also Augen auf beim nächsten Strandspaziergang, denn was auf den ersten Blick vielleicht nur ein ekeliger Fleck am Strand ist, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein sehr faszinierendes und nützliches Lebewesen.